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Wir alle kennen es – Mann positioniert sich vor Kamera, streckt seinen Po in jene, fährt sich erst mit der Hand durch die Haare und dann über das Sixpack. Fertig ist der Spot. Sollte die Unterhose nicht genug gefüllt sein, hilft die Industrie gerne nach. Die Werbung ist ein verlogendes Biest, gerne wird auf den alten Zucchini-Trick zurück gegriffen. Wem dieser nicht bekannt sein sollte, schaue sich bitte folgenden Ausschnitt aus „This is Spinal Tab“ an. Wir glauben nach wie vor, dass auch David Beckham auf diesen Trick für H&M zurückgegriffen hat. Aber das ist auch egal. Wichtiger sind jetzt gerade die Männer aus dem Dressmann Spot.

Sex Sells. Das ist kein Geheimnis und wird seit langem von Werbern benutzt. Da gibt es Hügellandschaften, durch die ein Auto fährt. Da gibt es American Apparel, die fast ausschließlich über Sex Sells agieren. Da gibt es Diesel, die Sex Sells ganz klar als Werbespruch benutzen, aber noch hinzu addieren „Leider verkaufen wir Jeans“. Brüste, angetäuschte sexuelle Handlungen aktivieren einfach unser Hirn und auch wenn das Produkt an sich rein gar nichts mit Sex zu tun hat, eine Verbindung zu schönen Rundungen kann man immer herstellen. So wie die Kamera-Werbung, die mit ihrem schnellen Autozoom wirbt. Oder Ginsana, das extreme Potenz nach Einnahme verspricht. Der Energieschub lässt sogar das männliche Genital wachsen. Oha! Das will uns Werber zumindest suggerieren. Nachfolgend gibt es eine schöne Zusammenstellung von halbschlüpfrigen Kampagnen, wo uns die Werbung für schöne Knie am besten gefällt.

Der Mond geht auf. Ich sehe dein Dekolletee. All das weißt auf eine Sache hin – kannst du bitte deine Hose hochziehen? Ja, danke dir. Das deutsche Handwerk hat mit diesem Image von Handwerkern eine Kampagne für sich gestartet. Der Po liegt frei, die Backen schauen raus, das Shirt suggeriert aber das wir jetzt nicht einen Po, sondern ein wunderschönes Dekolletee einer jungen attraktiven Frau sehen. Falls wir uns noch dafür entscheiden sollten ins Handwerksgewerbe zu wechseln, dann wäre solch ein Shirt unsere Arbeitskluft. Mit Humor vergeht der Tag doch immer schneller.

Dass das Rasieren an sich schmerzhaft sein kann, wissen wir fast alle. Man rutscht ab, kommt an die Stelle nicht richtig ran und schon hat man den Salat. Man blutet und das nur für den guten Schnitt. Braun lässt die Protagonisten im Spot dafür flachlegen und zeigt was mit einem normalen Rasierer passiert – Ouch! Mit der elektronischen Variante und dem feinen Summen tritt ein verzückter Gesichtsausdruck ein. Was genau am Anfang beworben werden soll, ist nicht klar. Es hätte auch einfach eine Dokumentation über Masturbation werden können. Aber nein, hier wird geschoren und die anfängliche Irreführung finden wir sehr gelungen. Welche Variante der Rasur nun wirklich das Nonplus Ultra ist, lassen wir unbeantwortet.

Tierhaare können nervig sein und ganz schön stören. Irgendwo haben wir einmal gelesen, dass es bis zu zehn Jahre dauern kann, eh alle Haare vom geliebten Tier die „Wohnung verlassen haben“ nachdem das Tier längst von einem gegangen ist. Da die Haare hartnäckig und extrem „saugfähig“ sind, braucht man eigentlich stets eine Fusselbürste im Gepäck. Die Agentur Grey hat den Versuch sehr schön visualisiert, wie man Herr über die Haustiere und die Haare wird. Aufgespannt auf eine Fusselbürste sieht man Katze, Hase und Hund und so richtig glücklich schaut keiner drein. Dass sie den Kampf um das Revier längst gewonnen haben, wissen wir aber alle. Ihre Haare sind überall! Das Revier ist markiert und okkupiert.

Wenn man seine Page auf eine neue Domain zieht, muss das kommuniziert werden. Gerade im Sexbereich. Da geht es um jeden Klick. Heraus gekommen ist dabei eine gute Kampagne, bei der die Umzugshelfer zu Akteuren werden. Die Damen werden in den Printanzeigen auf die neue Domain umgezogen und die Posen, die bei dem Umzug entstehen, sind schön doppeldeutig. Die Umzugshelfer werden zu Akteuren, das Sexuelle ist selbst bei dem Umzug der virtuellen Welt omnipräsent.

Was machen die Frauen da im Clip? Warum reiben sie sich aneinander und zeigen mehr als nötig? Was genau soll hier beworben werden? Warum liegen da Fahrräder auf dem Boden herum? Bzw. geht es hier um Fahrräder? Wenn man den Clip bis ganz zum Ende schaut, dann gibt es einen kurzen Hinweis, dass hier ein Fahrradverleihservice in Russland beworben werden soll. Die Macher haben einfach ein paar Fahrräder auf den Boden geklatscht, vier Mädels angeheuert, die sich etwas aneinander schubbern und fertig ist der Spot. Ok, Sex Sells und schön billig generiert auf jeden Fall viele Klicks.

Fleisch zu Fleisch mit Blondine mit dummen Fragen. Es ist schon doof, wenn der Vorbau so groß ist, so dass das Essen verdeckt wird und man die Kellnerin fragen muss, warum sie die Fritten vergessen hat. Das diese nur durch die Oberweite verdeckt werden, klärt sich im Spot schnell auf. Das hier mit doofen Klischees gearbeitet wird, stört uns nicht groß. Auch wenn hier mit dem Dümmchen-Image mit dicken Titten kokettiert wird, so amüsieren wir uns doch über diesen Spot. Warum auch nicht? Man muss nicht immer alles so ernst nehmen.

In meinem Arbeitsleben musste ich bisher einmal einer Veranstaltung zum Thema „Sexual Harassment“ beiwohnen. Die weiteren Firmen sind davon ausgegangen, dass man weiß, wie man sich zu verhalten hat und das man vor allem weiß, wann das vorliegt. In dem finnischen Spot sieht man eine Frau, wie sie lustvoll an einem Eis saugt und leckt und ihre männlichen Kollegen damit von ihrer Arbeit ablenkt. Auch in diesem Spot wird gefragt „Is this sexual harassment?“. Wir sagen nein und schauen der Frau weiter beim Verzehr zu.