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    Wie in 140 Minuten aus Robin Longstride Robin Hood wird
    16. Mai 2010


    Wer zur Zeit nicht darauf aufmerksam wird, dass ein neuer Robin Hood Film in den Kinos läuft, geht definitv mit geschlossenen Augen und Ohren durchs Leben. Ganz Berlin ist zugekleistert mit Werbeplakaten und Radiospots laufen auf allen Kanälen. Da kommt doch der gemeine Blockbuster-Junkie auf die Idee sich diesen Streifen anzuschauen. Und was hat er davon? Doppelte Überlänge zu stolzen Preisen und ein grobschlächtiger Russell Crowe im Kettenhemd!

    Ridley Scott verbringt 140 Minuten meines Lebens damit die Vorgeschichte zum Robin Hood-Mythos zu inszenieren. Der Film erzählt lang und breit wie aus Robin Longstride der gesetzlose Robin Hood wird. Vielleicht sollte der Film dann auch Robin Longstride heißen?

    Nun ja, jedenfalls gibt es englische Schlachten in Frankreich, schlachtende Franzosen an der englischen Küste, den halbenglisch-halbfranzösischen Bösewicht Godfrey, den bekloppten Prinz John, den versagenden und sterbenden König Richard Löwenherz, die französische Geliebte des englischen Prinzen, Bruder Tuck, Sir Walter Loxely und vieles mehr. Ach ja, und dann gibt es natürlich noch Robin Longstride und Lady Marion. Vielleicht wäre der Film nur halb so lang, wenn man einfach auf ein paar Charaktere verzichtet hätte.
    Russell Crowe ist in diesem Film sowas von Fehl am Platz. Er spielt teilnahmslos die Rolle, die er des öfteren spielt: ein dumpfer, emotionsloser Actionheld, passiv und etwas aus der Form geraten. Der Versuch durch das Abstreifen des Kettenhemdes Erotik in den Film zu bringen, ist eher ernüchternd. Cate Blanchett wiederum bezaubert in dem Rahmen, den ihre Rolle zulässt und nimmt den Zuschauer tatsächlich mit in die Welt der Lady Marion, die seit 10 Jahren auf die Rückkehr ihres Mannes wartet und dessen blinden Vater Sir Walter Loxley umsorgt. Woher aber plötzlich die Liebesgeschichte zwischen Robin und Marion kommt, bleibt fraglich. Funken sprühen da keine.

    Der Film hat ungefähr die gleiche Fließgeschwindigkeit wie die Spree und Spannung baut sich weder ab noch auf. Dennoch ist er ganz gut bebildert und Freunde von Action-Szenen können auch ein paar schöne Effekte erhaschen. Das Mittelalter ist in einem ganz passablen Licht dargestellt. Aber ins Kino muss man dafür nicht gehen. Einer der gängigen Privatsender wird Robin Hood sicher zu irgendwelchen Feiertagen ausstrahlen. Das sollte reichen.

    Fotos Via; Via; Via

    Autor: Kaethe Pimpette | Kategorie: Aktuelles Cineastisches

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