Für den Lebenslauf sollen Auslandsaufenthalte ja sehr nützlich sein. Darum geht es hierbei aber nicht im Geringsten. Ab September werde ich Schweden ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Die gern besuchten Metropolen Stockholm und Göteborg lasse ich dabei vorerst aus, nichtwissend was mich abseits dessen erwarten mag. Ansiedeln werde ich mich in Vimmerby in Småland im Südosten Schwedens und zwar direkt in den Armen der berühmtesten Tochter dieses Örtchens: Astrid Lindgren. Damit wird ein Kindheitstraum wahr. Ich werde die gleiche Luft atmen, durch die gleichen Wälder und Auen streifen, an den gleichen Seeufern sitzen und gespannt sein, was sich daraus ergibt. In Lindgrens Elternhaus, was heute ein Museum ist, werde ich arbeiten, um den Helden meiner Kindheit wie Emil (also Michel), Pippi und Ronja noch näher zu sein.

Der Weg bis nach Vimmerby war ein sehr langer. Als sich die Möglichkeit bot für drei Monate nach Schweden zu gehen, um in erster Linie meine Sprachkenntnisse zu verbessern, waren Stockholm und Göteborg auch für mich die ersten Anlaufstellen. Einige Bewerbungen und viele Monate später begann ich mich zu fragen, wo ich denn wohl das “richtige” Schweden finden werde, das ich in meiner naiven Vorstellung und sicher auch geprägt durch Ikea-Romantik immer sehr anheimelnd vor Augen hatte. Einige Reisen nach Stockholm ließen mich jede Menge hippe, wahnsinnig gut aussehende und kreative Großstädter finden. Nicht, dass die Metropolen-Schweden keine Schweden wären, aber ich wollte was anderes, zumindest für eine gewisse Zeit. Also begann ich mich auf dem Land umzusehen, wurde in Vimmerby fündig und bin damit im vermeintlich wohligen Schoß meiner Kindheit angekommen. Aber noch bin ich nicht da, eine lange To-Do-Liste voller organisatorischer Stolpersteine gilt es abzuklappern. Unmengen an leicht verständlichen schwedischen Krimis, Radio-Sendungen und Filmen müssen noch konsumiert werden, um mein angestaubtes Uni-Schwedisch auf ein Niveau zu hieven, das mich vor kommunikativer Vereinsamung schützt. Ich werde mir die Småland-Schweden genau anschauen und bin gespannt, was ich finden werde. Bärtige Holzfäller und blonde Göttinnen oder doch piefige Enge auf dem Land? Schwarz-Weissmalerei wird mich sicher nicht weit bringen, aber irgendwo muss man ja anfangen. Dieser Anfang ist hiermit gemacht und Weiteres wird folgen.

Foto Lindgren Björn Larsson Ask/Scanpix Via














Unbedingt Das entschwundene Land von Astrid Lindgren mitnehmen!