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American Apparel

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Dass es in der Werbung von American Apparel nie um das Kleidungsstück an sich geht, wissen wir unlängst. Wenn eine Jeans beworben wird, dann sieht man Brüste. Wenn es um einen Badeanzug geht, dann zeigt uns das Model bereitwillig ihre Brüste. Wenn es um Socken geht, dann werden die Beine gespreizt. Diese Liste könnten wir ewig fortsetzen, setzt American Apparel doch seit Jahren immer wieder auf die gleiche Masche. Bei der neuen Schuhkampagne gibt es auch gespreizte Beine und Schuhe, die Röcke hoch heben. Oder einfach nur Bilder, die Fellatio andeuten. Ob man auf die Schuhe an sich achtet? Nein, die standen ganz sicher auch nicht im Fokus vom Fotografen Tony Kelly, der an sich eine gute Kampagne fotografiert hat.

Dass American Apparel gerne mit schlanken, halbnackten Damen wirbt, wissen wir. Dass nicht alles immer bedeckt sein muss, ist Standard. Dass die Frauen eigentlich nie zu viel auf den Rippen haben, ist nicht Neues. Nun hat American Apparel vor einiger Zeit alle XXL-Girls aufgerufen, ihre Fotos einzuschicken. Der Preis: man kann das nächste Werbegesicht für die neue „große“ Modelinie werden. Nancy Upton fand das bescheuert, schnappte sich eine Freundin und heraus kamen bei dieser Aktion folgende Fotos, wo man Nancy Upton immerzu futtern sieht. Das erinnert uns etwas an Crystal Renn, als sie noch üppiger war. Lecker Essen für die Frau – gerne im überzogenen Masse. Die Fotos von Upton sollten kritisch sein. Den Usern von American Apparel gefielen die Fotos aber so gut, so dass sie den Contest gewann. Der Protest gegen den Contest hat sich in einen Gewinn umgewandelt und da Nancy Upton das nie wollte – und American Apparel auch nicht – gibt es nun eine Ersatzgewinnern. Die ganze Geschichte hierzu kann man hier nachlesen, wir genießen einfach noch ein bisschen die überzogenen Bilder mit lauter Leckeiern in der Hand und im Gesicht, die wir wirklich gut und gelungen finden.

Wenn wir uns einen Badeanzug kaufen, dann achten wir darauf, dass die Brüste verdeckt sind. Beim Schwimmen nicht auf einmal rausplumpsen. Dass das alles irgendwie bedeckt ist und bedeckt bleibt. Dass sich unsere Nippel nicht den Weg nach außen bahnen, während wir auf dem Rücken treiben. American Apparel hält von all den Bedeckungsscheiß nichts. Hier gibt es Nippelposen für jede Lebenslage. Ein bisschen Borat darf gespielt werden, die Anzeigen dürfen wieder mehr zeigen, der Schreibtisch von Dov Charney wird ganz sicher nicht mehr so schnell gezeigt werden. Solch Anzeigen generieren keine Umsätze. Die hier schon – da reicht der kleine Nippelblitzer an sich.

Junge Mädels räkeln sich in fast Nichts auf einem Flokati, spreizen ihre Beine, tragen Bikinis, die die Nippel kaum bedecken und all das kriegen wir seit Jahren von American Apparel zu sehen. Manche Anzeigen verstrahlen noch einen Funken Ästhetik, die meisten aber nicht. Da sieht man einfach nur viel Haut, etwas Obszönes hängt in der Luft und genau an diesem Motiv haben sich jetzt einige Leute zu schaffen gemacht. Im Namen von „Urban Sex Apparel“ gibt es heute unsichtbare Kleidung in zwanzig verschiedenen Farben. Toll! Made While Mastrubating. Ein kleiner Lacher ist bei dieser Anzeige auf jeden Fall drin.

Wer mag haarige Männer? Schön mit Bart und Bauchbehaarung. Vielleicht auch mit Plautze. Oder spindeldürre. Was immer dir am Herzen liegt, deinem Wunsch wird nun Beachtung geschenkt. Das niederländische Butt-Magazine bringt in Kooperation mit American Apparel ihre Handtuch-Serie in die Shops und die ist nicht nur für schwule Männer gedacht. Auch wir würden uns gerne auf diesen Handtüchern räkeln und vielleicht auch so lustige Spielchen mit den Tüchern veranstalten wie die Models auf den Fotos. Zu sehen sind u.a. Brian Kenny und der Pornostar Arpad Miklos. Designtechnisch geht man im Look des Magazines baden. Pink und Schwarz dominieren. Ja, in solche Handtücher würden wir uns gerne einmal wickeln.

Ach American Apparel, du weißt, wie du deine Käufer bei der Stange hälst. Jetzt werden ein paar Pos von Amateuren auf die Seite gepackt und schon kann das Voting beginnen. Sex Sells klappt bei euch sowieso immer und darum ist der Contest „The Search For The Best Bottom Of The World“ sowas von naheliegend. Die Mädchen schicken ihre Hinterteile bereitwillig ein. Das Scoren seitens der User beginnt. Das Kommentieren auch. Wer im Endeffekt in einer Kampagne abgelichtet wird, entscheiden die User aber nicht. Das macht Cheffe Dov Charney bestimmt alleine. Das würde auf jedem Fall zu ihm passen. Wer unter die Top Ten kommt, bekommt einen AA-Gutschein in Höhe von 300 Dollar ausgestellt. Aha. Was für ein unsinniger Contest. Braucht das jemand? Da schauen wir uns lieber den freiliegenden Po von Sasha Grey an. Die hat wenigstens richtig Geld dafür bekommen.

American Apparel Werbung war immer speziell. Nicht immer waren die Mädels nackt, aber fast immer hing etwas Sexuelles wenn nicht gar Obzönes in der Luft. Jüngst wurde in England die neueste Werbung verboten, da das Model zu jung aussah und in keinem sexuellen Kontext dargestellt werden sollte. Die Werbung war im Vergleich zu alten Ads sehr harmlos. Man sah kaum Haut. Dank Stylecrave kann man sich die besten 50 Werbungen jetzt gesammelt anschauen und noch was dazu lernen. So erging es uns zumindest.