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Nackt

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Auf dem ersten Blick offenbaren die Fotografien von Spencer Tunick nicht unbedingt das Dargestellte. Viele helle Stellen blitzen auf, viel Haut wird im Endeffekt präsentiert, die zu einer neuen Einheit verschmelzen und vom Individuum ablenken. Sobald man das Gesehene gedeutet hat, beginnt der Suchprozess. Wie viele Leute haben sich da versammelt? Soll das Bild eine Iris darstellen? Die Fotografien von Spencer Tunick finden wir wahnsinnig gut, dafür blank ziehen würden wir aber nicht.

Während Make The Girl Dance die viel zu dürren Mädels im vorletzten Jahr durch die Straßen von Paris wandern lassen haben, gibt es nun die Antwort für uns Frauen. Diesmal sind Männer die Hauptakteure, auch sie haben nichts an und werden nur mit Balken verziert und haben einen Ghettoblaster auf der Schulter. Ja, dass hier ist fast eine 1:1 Kopie, die uns aber weitaus besser als das Original gefällt. An den Jungs ist wenigstens etwas dran. Nicht nur Haut und Knochen werden uns präsentiert.

Anno 1993 gab es von The Beloved „Sweet Harmony“ mit allerhand vielen nackten Menschen. Das war ästhetisch und schön. Heute gibt es die Klaxons mit „Twin Flames“. Da ist alles zusammen gewachsen, Körperflüssigkeiten werden ausgetauscht, nackt sind sie auch, aber nicht schön. David Cronenberg gibt es noch als Referenz hinterher geschoben und nach dem Klick geht es zum Video mit einem eher belanglosen musikalischen Beiwerk.

Manchmal ist weniger mehr bzw. bringt zumindest mehr Aufmerksamkeit. Das wissen all die kleinen Starlets, Lady Gaga setzt auch von jeher drauf und nun zieht der Designer Charlie Le Mindu während der Fashion Week in London nach und lässt die Damen um die Mitte herum mit nichts auf den Catwalk spazieren, einzig und alleine die Füße werden mit barbieähnlichen Heels von Noritaka Tatehana geschmückt und für den Kopf gibt es auch noch einen Deckel. Ob wir das gut finden? Bei der Dame nach dem Klick hätten wir gerne ein Feigenblatt gehabt. Das wir die Schamlippen allzu deutlich sehen, stößt uns ein bisschen ab. Ein wenig mehr Bedecktheit rund um die Mitte wäre schön gewesen – fast so schön wie die Schuhe von Herrn Tatehana oder das Model, das  nach dem Klick als Flamingo über den Catwalk maschiert.

Endlich. Das Video von Yeasayer zu „Ambling Alp“ ist draußen und das ist wahre Videokunst. Wie schon bereits berichtet, haben Yeasayer zu der Single eine Mikrosite gelauncht, wo man sich den Song umsonst runterladen kann und wo man viel nackte Haut zu sehen bekommt. Wo wir beim richtigen Stichwort wären – nackt. Wir haben uns dran gemacht und unsere Videoliste „Nackte Wahrheiten“ geupdatet. Das ist doch was recht schönes für die Mittagspause. Ein bisschen nackte Haut hat nie geschadet. Parallel bewerben wir uns hiermit für den Preis „Sweet ‘n’ Cute Award“ bei Amy & Pink. So.