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Schweden

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Im Ausland ist für mich das Betreten des örtlichen Supermarkts eine wahre Attraktion. Dort finden sich Produkte, die ich manchmal nicht (er)kenne und Verpackungsaufschriften, die ich nicht immer verstehe. Jeder stinknormale Supermarkt bietet einen Einblick in die Kultur eines Landes. Bestimmte Marken und Dinge kann man natürlich auf der ganzen Welt kaufen, andere Sachen aber nirgendwo anders als genau in diesem Land.

Gemütlichkeit wird in Småland groß geschrieben und die Einrichtung der eigenen vier Wände ist ein wiederkehrendes Fika-Thema. Es ist wohl kein Zufall, dass gerade hier die Wiege des wohl größten Möbelhaus-Imperiums der Welt steht. Die wahren schwedischen Schätze findet man aber natürlich nicht beim småländischen Exportschlager mit vier Buchstaben, sondern auf dem Loppis, sprich Flohmarkt.

Die Schweden sind sehr gastfreundlich. Da meine Zeit hier bald zu Ende ist und ich noch vor Weihnachten wieder zurück nach Deutschland fahre, dachten meine Kollegen es sei angebracht das sogenannte „Jul“ einfach etwas vorzuziehen. Deshalb haben wir den ganzen Samstag damit verbracht schwedische Weihnachtsspezialitäten zu kochen und zu backen und das Ergebnis anschließend zu verspeisen.

Vimmerby in Småland ist meine temporäre Heimat und das schon seit zwei Monaten. Was mir einfällt, wenn ich an Småland denke: Wald! Tiefer, moosbewachsener, märchenhafter Wald, in dem Elche wohnen. Es gibt noch mehr, zum Beispiel Steine, viele große Steine. Aber auch Menschen, mit småländischen Dialekt, die man nicht immer gut verstehen kann. Und ja, es ist Nebensaison in Småland, dem Bermuda-Dreieck Schwedens. Von hier aus sind es jeweils vier Stunden Autofahrt nach Göteborg, Stockholm oder Malmö. Das klingt für Großstädter vielleicht beängstigend, muss es aber nicht.

Für den Lebenslauf sollen Auslandsaufenthalte ja sehr nützlich sein. Darum geht es hierbei aber nicht im Geringsten. Ab September werde ich Schweden ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Die gern besuchten Metropolen Stockholm und Göteborg lasse ich dabei vorerst aus, nichtwissend was mich abseits dessen erwarten mag. Ansiedeln werde ich mich in Vimmerby in Småland im Südosten Schwedens und zwar direkt in den Armen der berühmtesten Tochter dieses Örtchens: Astrid Lindgren. Damit wird ein Kindheitstraum wahr. Ich werde die gleiche Luft atmen, durch die gleichen Wälder und Auen streifen, an den gleichen Seeufern sitzen und gespannt sein, was sich daraus ergibt. In Lindgrens Elternhaus, was heute ein Museum ist, werde ich arbeiten, um den Helden meiner Kindheit wie Emil (also Michel), Pippi und Ronja noch näher zu sein.

Kaum einer hat sich bisher so entzückend über Bühnen und durch Videos getrippelt wie Moneybrother und auch wenn sein neues Album „Real Control“ vorerst nur in Schweden erscheint, das Video zur ersten Single „Born Under A Bad Sign“ beweisst, dass Anders Wendin immernoch zu den lustigsten Tänzern der Welt gehört.

Beim Ausdruckstanz im Wohnzimmer macht aber selbst Moneybrother nicht immer eine gute Figur.