Jetzt mal Hand aufs Herz am Tag der Liebenden: Feiert ihr das wirklich? Beziehungsweise seid ihr dementsprechend bestürzt, weil ihr zur Single-Gattung gehört und deshalb zu dieser Party nicht eingeladen seid? Fühlt ihr euch als Ausgestoßene in einer zumindest heute vor Liebe strotzenden Welt?


Ganz im Ernst, denn ich frage mich das tatsächlich: Gibt es Paare, die sich heute für einen romantischen Abend verabreden? Er hat ihre Lieblingsblumen oder eine andere kleine Aufmerksamkeit dabei, sie hat gekocht. Dann schaut man sich gemeinsam das Valentine’s-Doodle an, inspiriert davon legt man eine Tony Bennett-Platte auf oder aus aktuellem Anlass eben Whitney Houston. Nach dem Essen, bei dem man sich vielleicht auch ein bisschen gegenseitig gefüttert hat, sinkt man gemeinsam in die Federn, erfüllt von Zuneigung und Begehren. Oder wie zelebriert man Valentinstag? Gibt es, abgesehen von den Rüssel-Shorts, würdevolle Varianten? Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Und was ist mit den Ausgestoßenen, von denen es ja viele gibt? In der Theorie müssten die ja nun alle in Bars strömen und sich deprimiert die Kante geben, insgeheim hoffend an diesem Abend einen anderen frustrierten Single aufzugabeln. Wenn schon nicht für ein schier unendliches Leben, dann zumindest für eine Nacht.

In der Praxis gibt es natürlich Gegenbewegungen zum Valentinstag, die Paarbildung als idealtypische Lebensform verneinen. Wenn ich mir dafür aber erst ein T-Shirt oder eine Karte bestellen muss, bin ich ja wieder im Kommerz gelandet. Den heutigen Tag braucht in dieser Form kein Mensch! Und doch macht er scheinbar viele glücklich, wohlgemerkt in Abgrenzung zu anderen, den Ungeliebten. Mir wäre es fremd mich in irgendeiner Weise am Valentinstag zu beteiligen. Ups, gerade geschehen. Man kommt wohl einfach nicht dran vorbei.

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