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Als ich E.T. das erste Mal sehen durfte, habe ich zum Ende hin ganz doll mit meiner Mutter geschimpft. Unter Tränen. Das war der traurigste Film den ich je in meinen jungen Jahren gesehen hatte und warum ich ihn sehen durfte, konnte ich nicht recht verstehen. Heulen ist nicht gut. E.T. verabschieden auch nicht. Heute stehe ich dem Ganzen etwas entspannter gegenüber. E.T. kann ich mittlerweile wieder sehen – ohne zu weinen. Aber wenn ich dieses Bild aus der aktuellen Ausstellung „New Idols“ von Franceso de Molfetta sehe, dann kommen all die Gefühle von 1984 wieder in mir hoch. E.T. und ich gesellen uns heute einfach nur nebeneinander. Er hat die Taschentücher schon mitgebracht.

Wer zur Zeit nicht darauf aufmerksam wird, dass ein neuer Robin Hood Film in den Kinos läuft, geht definitv mit geschlossenen Augen und Ohren durchs Leben. Ganz Berlin ist zugekleistert mit Werbeplakaten und Radiospots laufen auf allen Kanälen. Da kommt doch der gemeine Blockbuster-Junkie auf die Idee sich diesen Streifen anzuschauen. Und was hat er davon? Doppelte Überlänge zu stolzen Preisen und ein grobschlächtiger Russell Crowe im Kettenhemd!

Darf man als erwachsene Person Monster noch toll finden? Monster, die gruselig lieb aussehen und einem das Herz erweichen? Die man jüngst für sich entdeckt hat und die in der Kindheit irgendwie an einem vorbeigegangen sind? Ja, man darf. „Where The Wild Things Are“ – zu deutsch „Wo die wilden Kerle wohnen“ – hat mich in Windeseile erobert, mich zum Lachen, fast zum Weinen gebracht. Spike Jonze hat mit der Verfilmung des Kinderbuches von Maurice Sendak Großes getan und mir einen wunderbaren Kinoabend in New York beschert. So viel Krawall, so tolle Monster, solch ein toller Soundtrack trotz Karen O von den Yeah Yeah Yeahs – „Where The Wild Things Are“ ist ein Meisterwerk mit viel Gefühl, einer klaren Message und unsagbar lieben Monstern. Meine Begeisterung für die Verfilmung kennt gerade keine Grenzen und darum geht es nach dem Link zum Trailer.

Als Kind der 80er ist heute ein trauriger Tag, denn der Mann der uns beibrachte wie man als Teenager halbwegs normal durchs Leben kommt, ist gestern in New York im Alter von 59 Jahren gestorben. John Hughes hat mir und bestimmt auch tausend anderen Heranwachsenden mit Filmen wie „Breakfast Club“, „Pretty In Pink“ und „Ferris macht blau“ gezeigt, wie verkorkst alle Teenager sind und das man doch alles in Griff kriegen kann. Alle hatten einen Schuss, waren notgeil, litten unter Akne. Gemeinsam saß man in einem Boot und hat die „Teenage Angst“ überwunden. Ich bin und war Fan von seiner Arbeit und ein Videoabend mit den besten Filmen von John Hughes ist jetzt Pflichtprogramm. Und anstelle von „Don’t You Forget About Me“ höre ich mir lieber „Pretty In Pink“ von Psychedelic Furs an. Schließlich war ich jahrelang heimlich in Andrew McCarthy verliebt.