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Kunst

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Es gibt Flatforms. Es gibt High-Heels. Es gibt Ballerinas. Alle haben eine besondere Sohle. Das macht sie aus. Manche Designer setzen bei der Sohlenwahl einfach nur auf eine bestimmt Farbwahl, denken wir nur an Louboutin und sein Rot. Andere Designer denken ganz anders und lassen den Träger auf Zähnen laufen. „Ich laufe auf dem Zahnfleisch“ kennen wir alle. Ich laufe auf den Zähnen noch nicht. Fantich & Young haben auf dieses Model gesetzt und es 2010 erschaffen. Ob die Schuhe zum Verkauf stehen? Nein. Zähne sind wohl schön hart und halten einiges aus, aber das hier listet man besser unter dem Begriff Kunst.

Wenn Ringer sich gegenseitig in den Schwitzkasten nehmen und ihre Schenkel um den Hals des Partners legen, dann sieht das gefährlich aus. Dass da etwas zu Bruch gehen könnte, wird vermutet. Meistens bleiben die Kontrahenten aber heile und bis auf ein paar Blessuren tragen sie keine weiteren Schäden von dannen. Der Nuss ergeht es da anders. Wenn die zwischen die Schenkel der großen Barbie geparkt wird, dann knackt es einmal laut und die Innerei kann verspeist werden. Der überdimensional große Nussknacker mutet merkwürdig an. Die Schale einer Nuss mit einem Mannequin zu knacken, ist aber sicherlich interessant wie auch skurril zugleich. Das hat sich auch die Künstlerin Jennifer Rubell gedacht, die kürzlich in New York 18 dieser Nussknacker ausgestellt hat. Wie diese genau funktionieren, seht ihr nach dem Link. Dass sie für den Alltagsgebrauch und insbesondere für die Weihnachtszeit nicht zu gebrauchen sind, ist auch klar. Ob Männer jetzt mehr Angst vor Frauen haben, die ihre Schenkel um ihren Oberkörper legen, bleibt noch zu klären.

Vor einigen Jahren hätte dieses Schild überhaupt noch keinen Sinn gemacht. Facebook gab es noch nicht. Die Leute schauten nicht gebannt auf ihr Smartphones, während sie auf der Straße flanierten. Das Reinrennen in andere Passanten wurde durch andere Umstände verursacht. Heutzutage ist solch ein Hinweis amüsant und auch richtig. Wie oft ärgert man sich doch über Leute, die nicht mehr auf den Verkehrsfluss achten, sondern nur noch in ihrem Facebook-Universum agieren. Der Künstler Jay Sheels hat in New York unter anderem dieses Schild aufgehangen und damit sein Etiquette-Projekt fortgeführt. Er mahnt mit einem Augenzwinkern Umstände an, die ihn stören. Die Kacke von den Polizeipferden zum Beispiel. Oder die Reste vom Glimmstengel. Oder zu tief sitzende Hosen, wobei wir dieses Schild neben dem Facebook-Schild am witzigsten finden. Vielleicht sollten solch Schilder auch in Berlin aufgehangen werden. Die Metropolitan Etiquette Authority gefällt uns mit dem kleinen Augenzwinkern sehr gut. Auf Etsy kann man die Schilder auch kaufen, die in einer limitierten Stückzahl vorhanden sind.

Es gibt Aufkleber zum Verschönern des Macs. Es gibt USB-Sticks mit Funktionen. Und nun gibt es eine iPad-Docking-Station, die charmanter nicht sein könnte. Das iPad ruht im Schoss von der „Venus of Cupertino“. Stilsicher sieht das aus und funktionell ist es auch noch. Das iPad wird mit Strom versorgt und die „Venus of Cupertino“ kann so tun, als ob sie sich Sachen auf dem iPad durchlesen würde. Designt wurde die Docking-Station von Scott Eaton.

Über Geschmäcker lässt sich streiten, aber die Frauen von Rubens und Co mussten nun eine Überarbeitung in Photoshop durch Anna Utopia Giordano erfahren. All die Frauen mit ihren schönen Rundungen mussten dran glauben. Die Hüfte wurde minimiert, die Brüste gestrafft, die Nippel spitzer gemacht, das kleine Bäuchlein entfernt. Die Frau auf den Gemälden ähneln nun den Models in den Zeitschriften, an denen nichts dran ist. Die lieblichen Love Handles sind verschwunden und wir mögen das nicht. Ein bisschen sollte an jeder Frau dran sein. Das ist gesund und pickst auch nicht so doll, wenn man auf ihr liegt.

Es gibt die große chinesische Mauer. Es gab die Berliner Mauer. Und nun gibt es die große Vagina-Mauer. Eine Mauer, die nur aus Abdrücken des weiblichen Genitalbereichs besteht. Der Künstler Jamie McCartney hat über 400 Frauen Modell stehen lassen und die Abdrücke genommen. Alles zusammen ergibt ein Gesamtkunstwerk in Weiß, das aus der Ferne nicht alles preisgibt. Ein näheres Herantreten wird gefordert und dann begegnen einem die unterschiedlichsten weiblichen Genitalien. Der wohl privateste Schatz einer jeden Frau. All das wirkt nicht vulgär und hat auch nichts pornografisches an sich. Die Mauer kann man in London in der Hayhill Gallery betrachten.

Der Bauchnabel als kleiner Teich ist fabelhaft. Der Po als Hügel für eine Bank für Liebende ist herzallerliebst. Boot zu fahren auf dem Po zum Rücken ist eine Kunst und an sich finden wir alle Motive von Allan Teger bemerkenswert. In seiner Reihe „Bodyscapes“ lässt der Fotograf den Körper zur Landschaft werden und platziert kleine Figürchen, Bäume oder auch Bänke auf dem Körper. Auf dem ersten Blick erschließt der Betrachter vielleicht gar nicht das Gesehene. Beim zweiten Blick entdeckt er die Körperhaare, sieht den ein oder anderen Riss im Gewebe. Solch Motive kommen sicher auch ganz gut an der Wand.

Warum das kleine Mädchen sich die Schädeldecke aufreißt, wissen wir nicht. Warum ein Bein per Säge entfernt wird, auch nicht. Warum Strom in den Körper gehört, wird auch nicht näher erläutert und an sich muten die kleinen Porzellanmädchen von Maria Rubinke sehr gestört an. Sie machen Sachen, die kleine Mädchen nicht machen sollten. Beispielsweise spielen sie mit abgeschnittenen Schädeln und funktionieren diese zu Ballons um. Das hat nicht mehr viel mit den Porzellanfiguren gemein, die meine Oma einst gesammelt hat. So viel Aggression auf einmal ist uns nur in guten Splatter- oder Zombiefilmen untergkommen. Maria Rubinke bahnt das Aggressionspotential jetzt in Porzellan und verschreckt und begeistert uns zugleich.

Why do we cover our bodies but display our faces?
Naked Girls with Masks is bold bodily communication, a parody of the self-censorship we all succumb to everyday.

Der englische Fotograf Ben Hopper fotografiert Frauen mit nichts anderem an als Masken. Alles andere ist freigelegt, bloß das Gesicht wird gewahrt. Beziehungsweise wird zum Selbstschutz verdeckt. Da gibt es Frauen mit Einhornmasken, Where The Wild Things Are-Masken und auch ein süßer kleiner Panda linst freundlich in die Kamera. Wunderbar und ausdrucksstark. Die komplette Serie gibt es hier zu sehen, die weiterhin fortgeführt wird.

Nach dem X-Ray Pin-Up Kalender wird nun nicht mehr nur die Einzelperson durchleuchtet, das Ganze wird gleich paarweise durchgeführt. Ein kopulierendes Paar wird näher unter die Lupe genommen und wir als Betrachter beobachten, was sich unter der Haut abspielt. Welche Knochen sich in welche Richtung drehen. Hier werden nicht die primären und sekundären Geschlechtsteile in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt, hier geht es um das Innere, um das, was uns täglich durch die Gegend trägt. Von Erotik ist hier kaum mehr ein Hauch vorhanden, die Bilder von Benedetta Bonichi sind trotzdem erstaunlich. Interaktion so aufs Wesentliche minimiert haben wir zuvor noch nicht gesehen. Außer vielleicht bei dem X-Ray Blowjob, wo die ein oder andere Kontur aber noch erkenntlich war.